HIV

HIV, AIDS und Selbsttests: Das sollten Sie wissen!

HIV steht für Humanes Immundefizienz-Virus und zählt zu den sexuell übertragbaren Infektionen. Schätzungen des Robert- Koch-Instituts (RKI) ergaben, dass in Deutsch-land aktuell über 91.400 Menschen mit HIV leben – mehr als 9.500 davon wissen nicht, dass sie HIV-positiv sind (Stand 11/2020). Das HI-Virus greift körpereigene Zellen des Immunsystems an und zerstört diese, sodass der Körper das Virus und andere Infektionen nicht mehr abwehren kann. Wichtig sind daher eine frühe Diagnose und eine rechtzeitige Therapie. Nur wer sich testen lässt, kann behandelt werden.
Je länger die HI-Viren unbehandelt im Körper wüten, desto schwerwiegender sind
die gesundheitlichen Schäden und das Risiko, andere anzustecken, steigt! 


Fragen zum HIV-Selbsttest? Wir haben die Antworten:

 

Wie funktioniert der HIV Selbsttest?

Das beigefügte Teststäbchen des OraQuick® HIV Selbsttests braucht nur zwischen Backe und äußerem Zahnfleisch entlang geführt werden, um die Speichelprobe zu sammeln. Dann wird
das Teststäbchen samt Speichelprobe in das Entwicklerröhrchen gesteckt. Einfach 20 Minuten warten und das Ergebnis ablesen. Wichtig: Mindestens 30 Minuten vor Testbeginn nichts essen oder trinken und auch nicht die Zähne putzen.

 

Wie zuverlässig ist ein HIV Selbsttest?

Die Zuverlässigkeit unseres neuen HIV-Schnelltests OraQuick® liegt bei 99%.

 

Wann HIV Selbsttest?

Der weltneue HIV-Selbsttest OraQuick® ist für alle diejenigen vorteilhaft, die einen sexuellen Risikokontakt, also ungeschützten Geschlechtsverkehr, hatten. Besonders ist er für sexuell aktive Menschen gedacht, die häufig wechselnde Sexualpartner haben und schnell Klarheit bekommen möchten, ob sie sich eventuell mit HIV infiziert haben. Bei wiederholten Risikokontakten oder einfach zur Sicherheit kann die Testung bequem und zu Hause in den eigenen vier Wänden
in regelmäßigen Abständen erfolgen. Darüber hinaus ist ein HIV-Selbsttest mit Speichel kein Risi-ko in Form von infektiösem Probenmaterial, aber dennoch genau so aussagekräftig wie ein Blut-test für zu Hause.

Wir möchten jedoch betonen, dass die Verwendung von Kondomen unbedingt ratsam ist. Sie schützen nicht nur vor HIV, sondern einer Vielzahl weiterer, sexuell übertragbarer Infektionen.

 

Wie schnell kann man HIV nachweisen?

Unser OraQuick® testet auf HIV-Antikörper. Der Körper braucht jedoch bis zu drei Monate,
um diese Antikörper in einer Menge zu produzieren, die nachgewiesen werden kann. HIV kann theoretisch auch schon vorher nachgewiesen werden. Ein negativer Test sollte aber zur Sicher-heit drei Monate nach dem Risikokontakt unbedingt wiederholt werden.

 

Übertragungswege des HI-Virus:

  • ungeschützter Geschlechtsverkehr: Über die Anal- und Vaginalschleimhaut, sowie
    die Penisschleimhaut
  • während der Schwangerschaft, Geburt oder Stillen: Über die Plazenta, Kontakt mit Blut oder Vaginalsekret und die Muttermilch (wenn die Mutter keine Medikamente gegen HIV einnimmt)
  • Drogenkonsum: Über gemeinsames Benutzen von Spritzen und Nadeln
  • Kontakt von offenen Wunden mit infizierten Körperflüssigkeiten: Blut, Sperma, Flüssigkeitsfilm der Schleimhäute

 

HIV kann nicht übertragen werden durch:

  • Gemeinsame Nutzung von Waschräumen, Toiletten oder Geschirr
  • Kontakt mit Schweiß, Tränen, Urin, Kot und Speichel
  • Körperkontakt wie Händeschütteln, Umarmen, Küssen, Husten oder Nießen
  • Insektenstiche

 

Wie kann man das HIV Ansteckungsrisiko senken?

  • Kondome und Femidome schützen vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Infek-tionen.
  • Tattoos und Piercings sollten nur unter Berücksichtigung von Hygienestandards gestochen werden.
  • Rasierapparate, Nagelscheren und Zahnbürsten sollten nie geteilt werden.
  • Die HIV-Prophylaxe (PrEP) kann für Hochrisikogruppen einen zusätzlichen Schutz bieten.
  • Nur Einmalspritzen und -bestecke benutzen.

 

Gründe für einen HIV-Test:

  • Gewissheit angesichts einer befürchteten Ansteckung
  • Abklärung eines möglichen Risikos bei Wunsch nach Geschlechtsverkehr ohne Kondom
  • Abklärung von Krankheitsanzeichen
  • Routinecheck z. B. einmal jährlich (je nach Häufigkeit von Risikokontakten ggf. auch öfter sinnvoll)

 





HIV-Selbsttest: Was ist zu beachten?

Für den sicheren Ausschluss einer HIV-Infektion sollte bestenfalls der Zeitpunkt des Risikokontaktes bekannt sein oder in regelmäßigen Abständen getestet werden. Normalerweise vergehen circa 2-6 Wochen bis eine HIV-Infektion über Antikörper nachweisbar ist. Dazu stehen verschiedene Testmethoden
zur Verfügung. Ein Schnelltest ist ab 3 Monaten nach einem Risikokontakt empfehlenswert. Das heißt, wenn dein Risikokontakt mindestens 3 Monate zurückliegt, zeigt der Test ein aussagekräftiges Ergebnis an. Der Vorteil eines Schnelltests: Zur Durchführung wird nur eine geringe Menge Speichel benö-tigt und du erfährst das Ergebnis schon nach 20 Minuten.

 

Warum kann man eine Infektion im Speichel nachweisen, aber sich nicht über Speichel anstecken?

Im Speichel sind lediglich Antikörper gegen das HI-Virus nachweisbar, die der Körper nach der Infektion produziert, um das Virus zu bekämpfen. Im Spei-chel sind keine infektiösen HI-Viren enthalten. Speichelkontakt ist also absolut ungefährlich.

 

Therapie einer HIV-Infektion:

Die schlechte Nachricht zuerst: HIV ist nicht heilbar. Die gute Nachricht: Für den Fall, dass eine Infektion stattfand, gibt es wirksame Medikamente.
Eine antiretrovirale Therapie (ART) unterdrückt das HI-Virus und ermöglicht ein langes Leben. Die Infektion ist also, wenn auch nicht heilbar, zumindest behandelbar. Je eher die Infektion erkannt wird, desto besser die Prognose! Das Endstadium – genannt AIDS (Akquiriertes Immun-Defizienz-Syndrom) – kann verhindert werden. HIV ist unter Therapie nicht mehr übertragbar. Nach einem bekannten HIV-Risikokontakt, z. B. bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr mit einer HIV-positiven Person, ist es außerdem möglich, eine Post-Expositionsprophylaxe (PEP) einzunehmen. Das Medikament muss so früh wie möglich, jedoch spätestens 48 Stunden nach dem Risikokontakt, eingenommen werden und kann so eine Infektion mit HIV verhindern.

 

Weitere Infos und anonyme Hilfe:

Deutsche Aidshilfe: Startseite der Deutschen Aidshilfe
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Bundesweite Telefonberatung der Aidshilfen: 0180 33 19411

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