HIV

HIV, AIDS und Selbsttests: Das sollten Sie wissen!

HIV steht für Humanes Immundefizienz-Virus und zählt zu den sexuell übertragbaren Infektionen. Schätzungen des Robert- Koch-Instituts (RKI) ergaben, dass in Deutschland aktuell über 91.400 Menschen mit HIV leben – mehr als 9.500 davon wissen nicht, dass sie HIV-positiv sind (Stand 11/2020). Das HI-Virus greift körpereigene Zellen des Immunsystems an und zerstört diese, sodass der Körper das Virus und andere Infektionen nicht mehr abwehren kann. Wichtig sind daher eine frühe Diagnose und eine rechtzeitige Therapie. Nur wer sich testen lässt, kann behandelt werden. Je länger die HI-Viren unbehandelt im Körper wüten, desto schwerwiegender sind die gesundheitlichen Schäden und das Risiko, andere anzustecken, steigt! 

 

Übertragungswege des HI-Virus:

• ungeschützter Geschlechtsverkehr: Über die Anal- und Vaginalschleimhaut, sowie die Penisschleimhaut

• während der Schwangerschaft, Geburt oder Stillen: Über die Plazenta, Kontakt mit Blut oder Vaginalsekret und die Muttermilch (wenn die Mutter keine Medikamente gegen HIV einnimmt)

• Drogenkonsum: Über gemeinsames Benutzen von Spritzen und Nadeln

• Kontakt von offenen Wunden mit infizierten Körperflüssigkeiten: Blut, Sperma, Flüssigkeitsfilm der Schleimhäute

 

HIV kann nicht übertragen werden durch:

• Gemeinsame Nutzung von Waschräumen, Toiletten oder Geschirr

• Kontakt mit Schweiß, Tränen, Urin, Kot und Speichel

• Körperkontakt wie Händeschütteln, Umarmen, Küssen, Husten oder Nießen

• Insektenstiche

 

Wie kann man das HIV Ansteckungsrisiko senken?

• Kondome und Femidome schützen vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen.

• Tattoos und Piercings sollten nur unter Berücksichtigung von Hygienestandards gestochen werden.

• Rasierapparate, Nagelscheren und Zahnbürsten sollten nie geteilt werden.

• Die HIV-Prophylaxe (PrEP) kann für Hochrisikogruppen einen zusätzlichen Schutz bieten.

• Nur Einmalspritzen und -bestecke benutzen.

 

Gründe für einen HIV-Test:

• Gewissheit angesichts einer befürchteten Ansteckung

• Abklärung eines möglichen Risikos bei Wunsch nach Geschlechtsverkehr ohne Kondom

• Abklärung von Krankheitsanzeichen

• Routinecheck z. B. einmal jährlich (je nach Häufigkeit von Risikokontakten ggf. auch öfter sinnvoll)

 

HIV-Selbsttest: Was ist zu beachten?

Für den sicheren Ausschluss einer HIV-Infektion sollte bestenfalls der Zeitpunkt des Risikokontaktes bekannt sein oder in regelmäßigen Abständen getestet werden. Normalerweise vergehen circa 2-6 Wochen bis eine HIV-Infektion über Antikörper nachweisbar ist. Dazu stehen verschiedene Testmethoden zur Verfügung. Ein Schnelltest ist ab 3 Monaten nach einem Risikokontakt empfehlenswert. Das heißt, wenn dein Risikokontakt mindestens 3 Monate zurückliegt, zeigt der Test ein aussagekräftiges Ergebnis an. Der Vorteil eines Schnelltests: Zur Durchführung wird nur eine geringe Menge Speichel benötigt und du erfährst das Ergebnis schon nach 20 Minuten.

 

Warum kann man eine Infektion im Speichel nachweisen, aber sich nicht über Speichel anstecken?

Im Speichel sind lediglich Antikörper gegen das HI-Virus nachweisbar, die der Körper nach der Infektion produziert, um das Virus zu bekämpfen. Im Speichel sind keine infektiösen HI-Viren enthalten. Speichelkontakt ist also absolut ungefährlich.

 

Therapie einer HIV-Infektion

Die schlechte Nachricht zuerst: HIV ist nicht heilbar. Die gute Nachricht: Für den Fall, dass eine Infektion stattfand, gibt es wirksame Medikamente. Eine antiretrovirale Therapie (ART) unterdrückt das HI-Virus und ermöglicht ein langes Leben. Die Infektion ist also, wenn auch nicht heilbar, zumindest behandelbar. Je eher die Infektion erkannt wird, desto besser die Prognose! Das Endstadium – genannt AIDS (Akquiriertes Immun-Defizienz-Syndrom) – kann verhindert werden. HIV ist unter Therapie nicht mehr übertragbar. Nach einem bekannten HIV-Risikokontakt, z. B. bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr mit einer HIV-positiven Person, ist es außerdem möglich, eine Post-Expositionsprophylaxe (PEP) einzunehmen. Das Medikament muss so früh wie möglich, jedoch spätestens 48 Stunden nach dem Risikokontakt, eingenommen werden und kann so eine Infektion mit HIV verhindern.

 

Weitere Infos und anonyme Hilfe:

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